Mit der Diagnose Krebs kommen auch viele Fragen und vor allem Ängste hoch. Diese sorgen für ziemlich viel Durcheinander in unserem Kopf. Da die Krankheit Krebs in unserer Gesellschaft unmittelbar mit dem Tod verbunden wird, begegnen wir dieser Thematik meist nur in unseren Gedanken. Das hängt damit zusammen, dass die Krankheit Krebs und der Tod, beides „westliche Tabu-Themen“ sind, über die man vermeintlich nicht spricht.

Warum eigentlich nicht? Wir lernen fast alles in unserem Leben (80%) durch Nachahmung. Wenn wir also in diese schöne Welt hineingeboren werden, lernen wir überwiegend von unseren Eltern, Freunden etc. und ahmen dieses Verhalten nach. Genauso ging es aber auch unseren Eltern und deren Eltern und deren ….
Das bedeutet, dass wir gewisses Verhalten erlernen, obwohl dieses (evt.) nicht mehr zeitgemäß ist. Das nur als kurzer Einblick. Ich werde das Thema „Glaubenssätze“ in einer der nächsten Newsletter noch genauer betrachten.

Wir reden also nicht über vermeintliche Tabu-Themen, obwohl dies so wichtig ist. Denn ein ausgesprochener Gedanke ist raus aus dem Kopf und schafft Ruhe. Er kann auch im Nachhinein reflektiert werden. Wir denken ständig irgendetwas. In unserem Kopf brabbelt es unaufhörlich und bei Frauen sogar verstärkter als bei Männern. Verstehen Sie, dass das völlig normal ist. Wenn die Sorgen aber Überhand nehmen und destruktive Nachrichten in unserem Kopf vorherrschen, kann sich das auch auf unsere Gesundheit auswirken. Wie kommen wir jetzt da raus? Wie können wir gerade nach einer Diagnose diese Gedanken stoppen?

Tipp 1

Ich möchte Ihnen folgende Darstellung als ersten Tipp an die Hand geben, die zeigt, dass wir uns oft viel zu viele Sorgen machen. Sorgen, die eigentlich nicht sein müssen.

Bild Sorgen

Diese Darstellung (aus https://www.youtube.com/watch?v=ngLEhVU1Ezk) zeigt Ihnen schon einen Weg das Gedankenkarussel der Sorgen zu durchbrechen. Ich habe noch 4 weitere Tipps für Sie, wie Sie Ihre Gedanken anhalten können:

Tipp 2

Bewusstes Atmen, Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen und Riechen
Gedanken können ganz einfach gestoppt werden, indem wir uns bewusst auf den Moment konzentrieren. Das bedarf ein wenig Übung, ist dennoch leicht erlernt und jederzeit einsetzbar. Am einfachsten ist, Ihren Atem zu beobachten. Wenn wir zum Beobachter werden, haben die Gedanken keinen Raum. Atmen Sie langsam ein und aus … immer wieder und versuchen Sie, bei der Beobachtung zu bleiben. Versuchen Sie es! Sie werden merken, dass das eine Entspannung mit sich bringt.

Diese bewusste Beobachtung können Sie mit jedem Ihrer Sinne machen.

Bewusstes Hören: hören Sie einmal ganz genau, was gerade in Ihrem Umfeld passiert und vor allem wie viele Töne Sie wahrnehmen. Sie werden erstaunt sein, was es alles zu hören gibt!

Bewusstes Schmecken: Essen Sie Ihre Nahrung ganz bewusst. Kauen Sie und schmecken Sie die Vielfalt in Ihrem Mund. Schmeckt es nach Paprika oder nach Brokkoli? Wenn ich Sie jetzt frage, wie schmeckt Brokkoli eigentlich? Könnten Sie es beschreiben?

Bewusstes Fühlen: Wie fühlt sich mein Körper jetzt gerade an? Spüre ich eine Spannung? Wo liegt diese?
Wie fühlen sich meine Beine, meine Arme, mein Bauch … an? Spüren Sie Wut, Ärger oder Frieden, Freude?

Bewusstes Sehen: Was sehen Sie gerade jetzt? Bitte versuchen Sie die Dinge nicht zu bewerten. Ich sehe gerade … zählen Sie alles auf, was in Ihrem Blick auftaucht. Sie werden auch hier erstaunt sein, welche Kleinigkeiten auf einmal ganz groß werden.

Tipp 3

Schreiben Sie Ihre Gedanken auf
Gedanken können auch beruhigt werden, indem wir sie aufschreiben. Gerade hier unterliegt das Geschriebene keiner Zensur. Nicht umsonst ist das Schreiben eines Tagebuches für Teenager enorm wichtig.

Trauen Sie sich alle Gedanken niederzuschreiben und Gefühle in Worte zu fassen. Dabei ist wirklich alles erlaubt – Angst, Wut, Zorn, Hass verlieren somit ihre momentane Intensität. Denken Sie aber auch daran, schöne Momente festzuhalten. Versuchen Sie doch einfach jeden Abend 3 Dinge aufzuschreiben, wofür Sie an diesem Tag dankbar waren. Lesen Sie Ihre Gedanken eine Woche später und reflektieren Sie selbst, inwiefern diese Gedanken noch immer so sind. Hat sich etwas verändert?

Tipp 4

Besinnen Sie sich auf Ihr Ziel
Ich gehe mal davon aus, dass Sie das Ziel haben gesund zu werden oder ein besseres Verständnis für die Krankheit zu bekommen bzw. damit umgehen zu können. Rufen Sie sich dieses Ziel immer ins Bewusstsein. Gerade wenn große Sorgen auftauchen, fragen Sie sich: „Hilft mir das, auf dem Weg zu meinem Ziel?“

Ich höre oft von Klienten, dass Sie die Familie und Freunde nicht belasten wollen und deshalb den Gesprächen aus dem Weg gehen. Aber ist das sinnvoll? Oder ist es nicht für Sie besser, wenn Sie sich einen offenen Umgang und Austausch erlauben? Ist es nicht förderlicher, ehrlich über Ihre Ängste und vor allem über Ihre Bedürfnisse zu reden? Werden Sie sich über Ihre Wünsche im Klaren. Alles was Ihnen jetzt gut tut ist erlaubt! Brauchen Sie Ruhe? Nehmen Sie sich diese! Brauchen Sie Abstand? Nehmen Sie sich diesen! Bitte denken Sie dabei nicht an Ihre Verpflichtungen. Diese sind auch nur in Ihrem Kopf.

Ich muss doch Essen für meinem Mann machen! Ich muss doch die Kinder versorgen! Ich muss doch .. ich muss doch.. was ich festgestellt habe ist, dass sich für diese vermeintlichen Verpflichtungen immer Lösungen bieten, indem diese delegiert werden. Der Mann schafft es bestimmt selbst, sein Essen zuzubereiten und für ein paar Wochen oder Tage übernehmen die Großeltern sicher gerne die Kinder. Das ist oft eine Frage der Organisation und eine Frage, was Sie sich selbst erlauben. Trauen Sie sich Ihren Raum jetzt einzufordern!

Holen Sie sich Informationen, die Ihnen helfen gesund zu werden. Ihr Arzt steht Ihnen sicherlich zur Seite. Dennoch empfehle ich Ihnen, die Informationen schulmedinzinischer und naturheilkundlicher Art gut für Sie abzuwägen. Wir stehen Ihnen dabei natürlich auch gerne zur Seite.

Tipp 5

Führen Sie Selbstgespräche
Sie sagen sicher: „Also jetzt wird es aber bunt!“. Ja, wird es. Ich führe schon seit langem Selbstgespräche, ob bei der Arbeit an meinem Computer oder bei schwierigen Situationen. Nachdem ich diesen Glaubenssatz aus meinem Kopf bekommen habe, dass Selbstgespräche etwas für Verrückte sind, habe ich festgestellt, dass dieses Verhalten mir in vielen Situationen weitergeholfen hat.

Es ist wie eine Art Diskussion mit mir selbst. Ich lasse dabei allen Anteilen in mir die Möglichkeit, verbal zu Wort zu kommen. Probieren Sie es aus! Sie werden feststellen, dass es wirklich viele Anteile gibt. Damit löse ich den Konflikt in mir, indem ich versuche aus allem Gesprächsstoff, das für mich Stimmigste herauszufiltern. Daraus ergeben sich immer neue Perspektiven, Lösungs- und Handlungsansätze und nebenbei sind meine Anteile auch beruhigt. Das Kennenlernen meiner Innenwelt hat mich, auch über die Selbstgespräche sehr gestärkt. Natürlich findet jeder seinen Weg und die Werkzeuge, die zu ihm passen. Selbstgespräche gehören für mich persönlich, definitiv dazu.

Herzlichst Angela Engelmann

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