Eine Krebserkrankung ist oft ein riesiger Einschnitt ins Leben, besonders auch im Umgang mit dem eigenen Körper.

Oft schämen sich Krebspatienten für diesen – sei es, dass er nicht mehr so funktioniert oder überhaupt krank geworden ist oder evtl. durch Operationen und Behandlungen vermeintlich entstellt wurde. Der eigene Körper wird zu einem Fremden, dabei sollte er Ihr Freund sein, denn Sie haben nur diesen einen, der Sie Ihr Leben lang begleiten wird. Wie können gerade Krebspatienten zu einem wertschätzenden Umgang mit Ihrem Körper und zu einem gesundem Körpergefühl wiederfinden?

Vergleichen wir den Körper doch einfach mit einem Garten. Ich finde, das ist eine schöne Metapher. Nun stellen Sie sich die Frage, wie würden Sie mit einem Garten umgehen, in dem einige Pflanzen erkrankt sind?

Sicherlich würden Sie als erstes den Boden vorbereiten, denn Sie wollen doch eine reiche Ernte haben. Oder würden Sie den Garten einfach vor sich hin dümpeln lassen? Also fragen Sie sich bestimmt, was der Garten jetzt braucht und woran es liegt, dass die Pflanzen erkrankt sind, um dem entgegen zu wirken. Um dies herauszufinden müssen Sie den Boden analysieren, ob er z. B. genügend Nährstoffe hat, es Schädlinge gibt und ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Gibt es klimatische Gegebenheiten, die für Ihre Pflanzen nicht geeignet sind? Ebenfalls werden Sie auch alles Unkraut entfernen und dem Boden das zuführen, was er braucht.

Sollte das bis jetzt Gesäte nicht gut wachsen, werden Sie sich sicherlich auch Gedanken machen, ob evt. neue Samen gesetzt werden müssen.
Dann werden die neuen Samen ausgebracht – jeder einzelne ganz behutsam in die Erde gesetzt, ohne zu wissen, ob diese gedeihen. Aber Sie werden alles dafür tun, damit diese Samen aufgehen können, sie pflegen und ganz genau beobachten. Nach diesem Part, müssen Sie geduldig sein.

Die Sonne und das Wetter beeinflussen das Wachstum der erkrankten und neuen Pflanzen. Deshalb werden Sie wahrscheinlich, wenn es zu kalt werden sollte, Ihre Beete abdecken oder auf andere Weise schützen. Und natürlich werden Sie ab jetzt fleißig gießen, die erkrankten Pflänzchen ganz besonders umsorgen und das Unkraut zwischen den Sämereien beseitigen. Sie werden voller Freude, die erkrankten Pflänzchen erblühen und die neuen Sprösslinge aufgehen sehen und stolz sein, wie alles wächst. Sie werden diese hegen und pflegen, bis Sie endlich gesunde Pflanzen haben und ernten können.

Nun adaptieren wir das unseren Körper:

1. Den Boden bereiten
Sowie Sie den Boden für Ihre Beete vorbereiten, will auch unser Körper vorbereitet werden. Alles, was nicht gesundheitsförderlich ist und Sie auch mental schwächt, wird weggelassen, so wie Sie es mit dem Unkraut machen. Das könnte z. B. das Beenden von nicht förderlichen Beziehungen, das Bearbeiten von alten Glaubenssätzen, sowie das Fasten sein. Jetzt werden die Beete gedüngt, um für das Wachstum und die Genesung der Pflanzen eine gute Grundlage zu legen. Für den Körper bedeutet das, die Zugabe von Algen, Ergänzungsmittel, Mittel zum Aufbau der Darmflora ect., aber auch mental werden neue Gedankenmuster zugeführt. Alles das, was stärkt. Ganz nach dem Motto: „Tue mehr von dem, was Dich stärkt und lasse weg, was Dich schwächt!“

2. Was will ich ernten?
Wenn die vorhandenen Pflanzen nicht gut wachsen, ist es an der Zeit neue Samen zu setzen. Das heißt für Sie, die Dinge aus einer neuen Perspektive anzuschauen und umzudenken. Das Wichtigste ist wohl zu wissen, was Sie ernten wollen und das nicht nur im Garten, sondern auch in Ihrem Leben. Ich nehme mal an, Sie wollen gesunde, kraftvolle Pflanzen. Wenn der Fokus nun auf der gesundheitlichen Komponente Ihres Körpers liegt, werden Sie sich die Frage stellen, was braucht mein Körper, um gesund zu sein? Sie werden sich wahrscheinlich Gedanken über Ihre Ernährung und Ihre mentale Verfassung machen. Sie werden Ihre Gewohnheiten überprüfen, was für Sie genesungsförderlich ist und sich informieren. Auch werden Sie sich fragen müssen: Wie fühlt sich ein gesunder Körper an? Wie will ich mich in z. B. einem halben Jahr fühlen? Wie funktioniert mein Körper eigentlich und wie äußert er sich?

3. Das Ausbringen der Samen
Mit der Beantwortung der Fragen aus dem zweiten Punkt, ergeben sich automatisch die Dinge, die Sie brauchen um das auch umzusetzen. Sie werden also z. B. eine neue Ernährungsstrategie oder neue gedankliche Ausrichtung ausprobieren. Schritt für Schritt werden Sie die Dinge, die für Ihren Körper förderlich sind auch tun. Ob mit Meditation, einem warmen Bad, einer Massage, einem langen Spaziergang an der frischen Luft, Streicheleinheiten mit dem Liebsten, dem Meiden von Fleisch und Milch, dem Meiden von unangenehmen Zeitgenossen etc., alle diese Samen werden jetzt gesetzt.

Wenn Sie Hilfe beim Ausbringen der Samen benötigen, erhalten Sie in unserer Ausbildung zum psychoonkologischen Berater, jede Menge Tools und Werkzeuge an die Hand, um Ihre Genesungsförderung, Krankheitsverarbeitung, Erkennung von Bedürfnissen und Ressourcen, Bewältigung in Beruf und Alltag, Umgang mit Gefühlen und die Förderung der Selbstkompetenz zu unterstützen.

Auch wenn Sie in dem Bereich nicht arbeiten wollen, kann diese intensive Begegnung mit Ihnen selbst sehr hilfreich sein und einen Grundstein zu Ihrer Genesung setzen, da Sie die Ursachen einer Krebserkrankung aus psychischer Sicht kennenlernen.

Was kann hilfreicher sein, als sich selbst besser kennenzulernen und die verschiedenen Möglichkeiten zu kennen, die Sie für sich und Ihre Genesung gezielt einsetzen können?

Für Kurzentschlossenen haben wir in unserem Seminar vom 06. bis 10. Juni. und 11. bis 15. Juli 2016 im Kloster Abtei Kirchschletten in Zapfendorf noch Plätze frei!

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Es ist Ihre Gesundheit, Ihr Körper und Sie haben nur eine/n!

4. Geduld mit sich haben
Nun haben Sie den Grundstein gelegt und werden geduldig sein müssen, denn ein Körper der 20, 30 oder 40 Jahre mit nicht förderlichen Gewohnheiten überansprucht wurde und dadurch erkrankte, wird eine Zeit brauchen, um sich zu erholen. Dennoch merken viele Patienten schon nach einigen Wochen positive Veränderungen. So ist es auch in Ihrem Garten. Die Samen sind gesät, die erkrankten Pflanzen sind gestärkt. Leider kann man noch nichts Genaues sehen, aber man kann den Aufbruch spüren, hat Hoffnung und Gewissheit, dass bei einer guten Pflege alles vortrefflich gedeiht. Es dauert eine Weile, bis die zarten gesunden Pflanzenspitzen zu erblicken sind. Haben Sie Geduld und bleiben Sie dran!

5. Die äußeren Umstände
Der Alltag ist voll mit äußeren Umständen. So wie das Wetter im Garten bedrohlich sein kann, können es auch Dinge, die Sie umgeben. Sie werden also auf Ihren Körper mit seinen Bedürfnissen und Ihren neuen Gewohnheiten ganz besonders achten. Ihr Körper weiß ganz genau, was für Sie richtig ist und spricht ganz klar zu Ihnen. So ziehen Sie sich ja auch ein paar Socken oder eine Jacke an, wenn der Körper signalisiert, dass es zu kalt ist, oder? Deshalb lernen Sie die Sprache Ihres Körpers und hören Sie genau, was er braucht. Andere Beispiele sind: Sollten Sie also z. B. Ihre neuen Ernährungsgewohnheiten (evtl. ohne Fleisch) umsetzen und sind zu einer Grillparty eingeladen, sprechen Sie mit dem Veranstalter und fragen Sie ob es auch Grillgemüse gibt, oder Sie etwas mitbringen können. Wenn Sie in der Stadt wohnen, gönnen Sie sich eine Fahrt aufs Land, um spazieren zu gehen oder wenn Sie im Familienalltag untergehen, nehmen Sie sich an einem ganz bestimmten Tag Zeit, nur für sich selbst und gönnen Sie sich, was Ihr Körper braucht.

Hierbei kann es hilfreich sein, einen Termin mit sich selbst zumachen. Sie tragen für alles Mögliche Termine in Ihren Planer ein, also warum nicht auch einen Termin für Sie selbst? Mental bedeutet das, Ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu beobachten. Was denken Sie über sich selbst und Ihre Umwelt? Wie kritisch sind Sie mit sich selbst? Loben Sie sich öfters, sehen Sie Ihre Stärken und beginnen Sie wieder sich selbst und dem Leben zu vertrauen. Alles hat einen tieferen Sinn, auch wenn Sie ihn jetzt noch nicht verstehen oder sehen können.

6. Pflegen bis zur Ernte
Um Ihren Garten werden Sie sich ganz besonders kümmern. Der Prozess des Wachstums braucht seine Zeit und sollte langfristig angedacht sein. Auch für Ihren Körper ist das ein Prozess, der gepflegt werden will. Überprüfen Sie immer wieder, ob das Gelebte für Ihren Körper stimmig ist oder nicht – genauso, wie Sie in Ihrem Garten immer wieder das Unkraut entfernen, den Boden lockern und die Pflanzen gießen, bis die Früchte reif sind.

Denken Sie immer daran, Sie haben nur einen Körper. Er ist Ihr ständiger Begleiter – ein Leben lang!

Ich wünsche Ihnen einen gesunden blühenden Garten voller Früchte in Ihnen selbst.

Herzliche Grüße
Angela Engelmann