Ich schreibe diesen Blogbeitrag am Ostersamstag, dem Tag zwischen 2 wichtigen Ereignissen in der christlichen Gedankenwelt. Karfreitag ist der Tag an dem Jesus gekreuzigt wurde.

Viele Hoffnungen waren auf ihn als Messias oder neuem König gerichtet. Einige hofften sogar, dass er die römische Herrschaft beenden könne. Jetzt erleben sie ihre Hoffnung ans Kreuz geschlagen. Ein furchtbarer Anblick und ein niederschmetterndes Erleben in jedes Menschen Leben. Auch wir leben zur Zeit in schwierigen Tagen. Terroranschläge in Paris, Istanbul, Brüssel machen uns sehr deutlich, dass unser Leben schnell vorbei sein kann, Hoffnungen und Wünsche für unser Leben blitzartig beendet sein könnten.

Herbert Fritsche hat vor einem halben Jahhundert schon darauf hingewiesen, dass man in den Vorgängen am Karfreitag ein großes Mysterium sehen könnte.

Er spricht in Zusammenhang damit von der Erhöhung der Schlange. Vielleicht kennen Sie diese Geschichte aus der Bibel, dass die Israeliten mal wieder vom Glauben abgefallen waren und sie von Schlangen geplagt wurden. Die Heilung geschah nur dadurch, dass Moses eine Schlange aus Metall anfertigen musste, diese wurde auf einem Stab angebracht, am Lagereingang aufgestellt und die Israeliten mussten sich jeden Morgen vor dem Prinzip, das sie krank gemacht hatte, verneigen und Achtung entgegen bringen. Ein sehr tiefsinniges Ritual, das sich auch in der Homöopathie wiederfindet.

Hier wird eine krankmachende Droge so verarbeitet und damit „erhöht“, dass ihre Wirkung zu Heilung umgedreht wird. Was könnte dies nun im Zusammenhang mit Jesus bedeuten? Welches „Prinzip“ wurde durch seine Kreuzigung erhöht? Was sollen wir uns durch diese Kreuzigung genau anschauen, was wir aus unserem Leben verdrängt haben? Diese Frage kann wohl nur jeder für sich selbst beantworten, denn jeder erkennt in diesem Bild etwas anderes und kann sich davon berühren lassen und sich tief davor innerlich verneigen, um zu gesunden.

Vielleicht sollen auch wir erkennen, wie sehr wir die Materie, die Reichtümer, das Geld, also unsere Welt angebetet haben und es jetzt an Karfreitag alles gekreuzigt wird. Der Körper, die Materie wird also jetzt dem Tode übergeben und wird verschwinden. Was bleibt von uns übrig, wenn unser Körper verschwindet? Haben wir der Welt einen Stempel aufgedrückt? Wird etwas zurückbleiben von uns? Wer wird sich an uns in 10 oder 20 Jahren erinnern? Wird es Zeit sich der eigenen Sinnhaftigkeit bewusst zu werden und aufzubrechen in ein sinnvolleres Leben?

Ostersamstag, der Tag an dem die Anhänger Jesu erst einmal gelähmt waren, traurig und vielleicht hoffnungslos. Warum musste dies geschehen? Was hat er verbrochen, um so qualvoll an einem Holzkreuz zu enden? Wie geht es weiter, was wird aus unserem Glauben und Visionen für die Zukunft?

Wir kennen alle diese Situationen, die uns zum Innehalten bringen sollen, zur Einkehr und Einsicht. Bei diesen Worten ist die Silbe „EIN“ enthalten. Das finde ich sehr schön, denn dadurch kommen wir aus dem „Zwei-„fel und der „Zwie-„tracht heraus in die EINheit des S-EIN-s. Also wäre es sicherlich gut diesen Ostersamstag zu nutzen, um nach der Verneigung vor dem in uns Gekreuzigten die Stille des Seins wahrzunehmen. Still zu werden, um zu empfangen, was wir wirklich wollen und verwirklichen sollen.

Ostersonntag, die Glocken werden wieder geschlagen, die Stille ist vorüber und das Leben beginnt wieder. Auferstehung, der Jahreskreis beginnt mit dem Frühling, die Natur wacht aus dem Winterschlaf auf. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden belebenden Blick“. Der Ostersonntag ist mit dem Auferstehungsmysterium ein wunderbares Symbol für die unendliche Kraft der Natur in uns. Aus der Dunkelheit immer wieder ins Licht vorzudringen und neu zu beginnen! Was könnte dies für Sie bedeuten? Was darf sich an Karfreitag aus Ihrem Leben verabschieden, um als reine Energie wieder in neue Projekte, Lebensziele, Partnerschaften oder andere Ziele zu fließen? Nehmen Sie sich die Zeit all dieses zu bedenken und die Zeit der Erneuerung sinnhaft zu nutzen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Osterzeit!
Herzlichst Thomas Bach

Weitere Gedanken zum Thema Tod, Sterben und Auferstehung finden Sie auch in unserem kostenlosen Webinar – 7 Tipps im Umgang mit dem Tod.

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